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Reinheitsgebot

Wissenswertes rund ums Bier - Höhepunkte einer langen Rechtsentwicklung

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  • Augsburg 1156
  • z. Zt. des Kaisers Barbarossa dieser gab im Jahr 1156 der Stadt Augsburg eine neue Rechtsverordnung "Justitia Civiatis Augustensis", die das älteste deutsche Stadtrecht ist. Schon darin ist vom Bier die Rede: "Wenn ein Bierschenker schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß gibt, soll er bestraft werden...... die Strafe war übrigens schwer und betrug 5 Gulden, bein dritten Verstoß wurde dem brauenden Wirt die Lizenz entzogen.
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  • Nürnberg 1393
  • Eine weitere Vorschrift ist aus der Stadt Nürnberg bekannt. Dort durfte zu Brauen nur noch Gerste verwendet werden. 30 Jahre später eine Verordnung 1420 aus München - das Bier nach dem Brauen eine zeitlang zu lagern sei.
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  • Regensburg 1447
  • Verordnung über regelmäßige Kontrollen des Bierbrauens, nach schlechten Erfahrungen mit Bierbrauern
  • wurde 1453 eine Brauordnung herausgegeben
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  • München 1363
  • um die Qualität des Bieres kümmerten sich ebenfalls die Münchener Stadtväter, und 1447 verlangten sie von den Brauern, dass zum Bierbrauen nur Gersten, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfe
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  • Weißensee (Thüringen) 1434
  • 1998 wurde hier ein unbekanntes Dokument aus dem Jahre 1434 entdeckt zum Thema Reinheitsgebot
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  • Herzogtum Bayern-Landshut 1493
  • Hier besagt eine Vorschrift, dass Bierbrauer und andere nichts anderes zum Bierbrauen verwenden als allein Wasser, Hopfen und Malz
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  • Tag des Reinheitsgebotes: 23.April 1516
  • Verordnungen und Kontrollen trugen nachweislich zur stetigen Qualitätsverbesserung des Bieres bei. Auf diese erfolgreiche Entwicklung ist es auch zurückzuführen, dass am 23.April 1516 beim bayerischen Landständetag - eine Zusammenkunft von Landadel und Ritterschaft - in Ingoldstadt durch Herzog Wilhelm IV. das Reinheitsgebot für alle bayerischen Brauer erlassen wurde.
  • Waren bis dahindie norddeutschen Brauer aufgrund ihrer strengen Zuftordnung mit ihren Bierqualitäten unerreicht, so änderte sich das. Bayern holte schnell auf!
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  • Hierzu muss man wissen, dass es in Deutschland hinsichtlich des Bieres zwei unterschiedliche Rechtssysteme gab.
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  • Hamburger Brauordnung von 1695
  • hier werden Brauer am süddeutschen Beispiel ermahnt, auf dass sie gutes, taugliches Bier brauen äußersten Fleiß sich angelegen lassen, mit untadeligem Korne sich versehen, zu jedem Brau dessen willige Maße tun...
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  • Übernahme in das Recht nach der Reichsgründung 1871
  • Wenn man die rechtliche Entstehungsgeschichte des Reinheitsgebotes und die grundlegenden Bedingungen für die Heraufkunft und Entwichlung des deutschen Brauhandwerks kennt, kann man sich nicht darüber wundern, dass das Reinheitsgebot auch in das verfassungsmäßige deutsche Recht übergegangen und von den deutschen Brauern bis heute konsequent eingehalten worden ist.
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  • Die Qualität des nach dem Reinheitsgebot gebrauten Bieres war derart überzeugend und der Stolz auf die vollendete Beherrschung der Braukunst mit nur vier Rohstoffen zu sehr ausgeprägt, als dass dieses Gesetz hätte ein Opfer der Geschichte werden können.
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  • Recht der Kaiserzeit
  • Mit der Vereinheitlichung des Rechtes haben nach der Reichsgründung 1871 denn auch andere Staaten das Reinheitsgebot übernommen. Baden ab 1896; Würtemberg im Jahr 1900; ab 1906 in der gesamten Reichsgebiet. Es wurde im Biersteuergesetz verankert, in dem es heißt, dass Bier nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt werden darf.
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  • Weimarer Republik
  • auch hier wurde das Reinheitsgebot übernommen. Bayern machte 1918 seine Zugehörigkeit zur Republik u. a. davon abhängig, dass das Reinheitsgebot von 1516 weiter im gesamten Reichsgebiet gelte.
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  • Bundesrepublik Deutschland
  • hier findet das Reinheitsgebot seine rechtliche Begründung im Biersteuergesetz. Hierin ist festgelegt, dass zur Bereitung von Bier nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe verwendet werden dürfen (absolutes Reinheitsgebot). Darüber hinaus ist im Biersteuergesetz aber auch der Verkehr mit Bier geregel (§ 10).
  • Danach dürfen unter der Bezeichnung Bier nur solche Getränke in Verkehr gebracht werden, die gegoren sind und den Bestimmungen des § 9 des Biersteuergesetz entsprechen.

Der Text in teilweise verkürzter Form wurde entnommen beim Deutschen Brauerbund, 10117 Berlin.
 
 

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